Wie hoch sind Krypto-Steuern in Deutschland? Steuersatz berechnen 2026


In Deutschland gibt es für den Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen meist keinen festen Krypto-Steuersatz. Steuerpflichtige Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften werden grundsätzlich mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert – nicht pauschal mit 25 % Abgeltungsteuer. Steuerfrei kann ein Gewinn sein, wenn du die Kryptowährung länger als ein Jahr gehalten hast oder deine gesamten Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter der Freigrenze bleiben.

Für 2026 ist entscheidend, ob ein Verkauf überhaupt steuerpflichtig ist und wie sich der Gewinn auf dein zu versteuerndes Einkommen auswirkt. Die aktuellen Regeln folgen dem § 23 EStG und dem BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom 6. März 2025.

Kurz gesagt: Bei einem steuerpflichtigen Spot-Krypto-Verkauf innerhalb der Jahresfrist wird der Gewinn in der Regel deinem übrigen zu versteuernden Einkommen zugerechnet. Für die tatsächliche Mehrsteuer zählt die Differenz zwischen der Einkommensteuer mit und ohne Krypto-Gewinn.

Welcher Steuersatz gilt für Krypto-Gewinne in Deutschland?

Steuerpflichtige Krypto-Gewinne werden bei privaten Verkäufen grundsätzlich als private Veräußerungsgeschäfte behandelt. Sie unterliegen daher dem progressiven Einkommensteuertarif und nicht der Abgeltungsteuer. Wie hoch die Mehrsteuer ausfällt, hängt von deinem gesamten zu versteuernden Einkommen ab, nicht nur von der Höhe des Krypto-Gewinns.

Für den Veranlagungszeitraum 2026 gilt pro Person ein Grundfreibetrag von 12.348 €. Der Tarif beginnt danach progressiv bei 14 %, der 42-%-Tarif beginnt ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen und der 45-%-Tarif ab 277.826 €. Bei Zusammenveranlagung wird das Splittingverfahren angewendet. Die maßgeblichen Tarifwerte stehen in § 32a EStG.

0 %bis 12.348 €Grundfreibetrag 2026
42 %ab 69.879 €zvE pro Person, 2026
45 %ab 277.826 €zvE pro Person, 2026

Diese Werte sind Tarifgrenzen, keine pauschale Steuer auf den gesamten Gewinn. In den progressiven Zonen wird die Einkommensteuer nach gesetzlichen Formeln berechnet. Deshalb ist „mein Grenzsteuersatz mal Krypto-Gewinn“ höchstens eine grobe Näherung.

Werden Bitcoin und Kryptowährungen mit 25 % Abgeltungsteuer besteuert?

Nein – ein normaler Verkauf von privat gehaltenem Bitcoin, Ether oder vergleichbaren Kryptowährungen wird in der Regel nicht mit der 25-%-Abgeltungsteuer besteuert. Wenn der Verkauf innerhalb der maßgeblichen Jahresfrist steuerpflichtig ist, gilt regelmäßig der persönliche Einkommensteuertarif nach § 23 EStG.

Die Abgeltungsteuer betrifft Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG, etwa bestimmte Wertpapiererträge. Die Einordnung kann bei Security Tokens oder anderen Finanzprodukten anders ausfallen; für einen üblichen Spot-Kauf und späteren Verkauf von Kryptowährungen ist das kein Grund, pauschal 25 % anzusetzen. Auch der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € ist nicht die Freigrenze für private Krypto-Verkäufe.

Wann sind Krypto-Gewinne steuerfrei?

Krypto-Gewinne können in zwei typischen Fällen steuerfrei sein: wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt oder wenn die gesamten Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften des Kalenderjahres unter 1.000 € bleiben. Beide Regeln sind getrennt zu prüfen.

Haltefrist

Mehr als ein Jahr gehalten

Ein privat gehaltener Coin, der erst nach Ablauf der Jahresfrist verkauft wird, fällt grundsätzlich nicht mehr unter die Besteuerung nach § 23 EStG.

Freigrenze

Gewinne unter 1.000 €

Bleiben die gesamten Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 €, bleiben sie steuerfrei. Bei 1.000 € oder mehr ist der gesamte steuerpflichtige Gewinn relevant.

Die 1.000 € sind eine Freigrenze, kein Freibetrag: Überschreitest du sie, wird nicht nur der übersteigende Euro betrachtet. Außerdem zählt sie für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen, nicht nur für Krypto.

Für die Jahresfrist zählt der Kalender, nicht eine vereinfachte starre 365-Tage-Rechnung. Bei Erwerb am 15. März endet die Frist mit Ablauf des 15. März im Folgejahr; ein Verkauf ab dem 16. März liegt außerhalb der Frist. Ein Tausch von Krypto gegen andere Krypto ist ebenfalls eine Veräußerung und startet für die neu erworbenen Coins eine neue Frist. Mehr dazu findest du im Divly-Leitfaden zur Krypto-Haltefrist in Deutschland.

Wie berechne ich die Steuer auf meine Krypto-Gewinne richtig?

Die verlässlichste Methode lautet: Berechne die Einkommensteuer einmal ohne und einmal mit dem steuerpflichtigen Krypto-Gewinn. Die Differenz ist die zusätzliche Einkommensteuer, die der Gewinn auslöst. Ausgangspunkt ist der Gewinn nach Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten und abzugsfähigen Verkaufsgebühren.

BerechnungsmethodeReihenfolge
1. Steuerpflichtigen Gewinn ermitteln
Veräußerungserlösminus Anschaffungskosten und Verkaufsgebühren
Steuerpflichtiger Krypto-Gewinnnur, wenn § 23 greift
2. Mehrsteuer ermitteln
Einkommensteuer mit Krypto-Gewinnnach § 32a EStG
Einkommensteuer ohne Krypto-Gewinnnach § 32a EStG
Zusätzliche EinkommensteuerDifferenz beider Berechnungen

Rechenbeispiel: 5.000 € steuerpflichtiger Krypto-Gewinn

Ein Beispiel mit den gesetzlichen Tarifformeln für 2025 zeigt, warum eine grobe Durchschnittsrate unzuverlässig ist: Bei 40.000 € zu versteuerndem Einkommen beträgt die Einkommensteuer rund 7.461 €. Steigt das zu versteuernde Einkommen durch einen steuerpflichtigen Krypto-Gewinn von 5.000 € auf 45.000 €, beträgt sie rund 9.121 €. Die zusätzliche Einkommensteuer liegt damit bei rund 1.660 € – effektiv etwa 33,2 % des Gewinns, vor möglichem Soli und Kirchensteuer.

Das Beispiel ist keine persönliche Steuerberechnung. Es zeigt aber das Prinzip: Nicht die gesamte Einkommenssumme wird mit einem beliebigen Durchschnittssatz multipliziert. Nutze für dein Steuerjahr die Formel in § 32a EStG oder eine passende Einkommensteuerberechnung.

Welche Rolle spielen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer?

Die Mehrsteuer auf einen Krypto-Gewinn ist zunächst Einkommensteuer. Darüber hinaus kann Solidaritätszuschlag anfallen, wenn die festgesetzte Einkommensteuer die gesetzliche Freigrenze übersteigt. Für 2026 liegt diese Freigrenze bei 20.350 € Einkommensteuer für Alleinstehende und 40.700 € bei Zusammenveranlagung; der Zuschlag beträgt 5,5 % der Einkommensteuer oberhalb der Regelung mit Milderungszone. Kirchensteuer kann je nach persönlicher Zugehörigkeit zusätzlich eine Rolle spielen.

Deshalb lässt sich die endgültige Belastung nicht allein aus einem Krypto-Trade ableiten. Eine Steuerberechnung sollte den Krypto-Gewinn sauber ermitteln und die persönliche Veranlagung getrennt betrachten.

Können Krypto-Verluste meinen Steuersatz senken?

Realisierte Verluste können steuerpflichtige Krypto-Gewinne mindern, aber sie mindern nicht einfach dein Gehalt. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften sind grundsätzlich nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechenbar; ein verbleibender Verlust kann ein Jahr zurück- und unbegrenzt vorgetragen werden, jeweils nur innerhalb dieses Verlusttopfs.

Verluste aus einem Verkauf nach mehr als einem Jahr sind steuerlich regelmäßig ebenso irrelevant wie der entsprechende Gewinn. Bewahre deshalb Anschaffungszeitpunkte, Euro-Werte, Gebühren und Transaktionshistorien auf. Bei mehreren Wallets ist die Zuordnung besonders wichtig; die BMF-Regeln sehen grundsätzlich Einzelzuordnung vor und akzeptieren unter Voraussetzungen FIFO als Vereinfachung. Für verspätet erklärte Jahre hilft unser Guide zum nachträglichen Erklären von Krypto-Steuern.

Wie beeinflussen Staking, Mining und Airdrops den Steuersatz?

Bei Staking, Lending, Mining und bestimmten Airdrops kann der persönliche Einkommensteuertarif ebenfalls relevant sein, aber der steuerliche Anlass unterscheidet sich vom bloßen Verkauf. Passive Staking- und Lending-Rewards sowie nicht gewerbliche Mining-Erträge sind im Regelfall sonstige Einkünfte; bei entsprechenden Einkünften gilt eine eigene Freigrenze von 256 € pro Jahr. Die spätere Veräußerung der erhaltenen Coins kann zusätzlich einen separaten privaten Veräußerungsvorgang auslösen.

Ob ein Airdrop steuerpflichtig ist, hängt unter anderem davon ab, ob du dafür eine Leistung erbracht hast. Mining kann bei bestimmten Umständen gewerblich sein. Für das Thema Staking findest du einen eigenen Leitfaden zu Staking-Steuern in Deutschland.

Wo trage ich Krypto-Gewinne in der Steuererklärung ein?

Steuerpflichtige Gewinne aus privaten Krypto-Verkäufen werden in der Einkommensteuererklärung in der Anlage SO im Bereich „Private Veräußerungsgeschäfte – Andere Wirtschaftsgüter“ erklärt. Sonstige Einkünfte, etwa aus Staking oder Lending, gehören je nach Sachverhalt in den Bereich „Leistungen“ derselben Anlage. Reiche die Erklärung elektronisch über ELSTER ein; die Zeilennummern ändern sich je nach Steuerjahr.

Dokumentation
Ein Steuerreport ersetzt keine Belege

Halte für jeden Verkauf mindestens Coin und Menge, Anschaffungskosten, Erlös oder Zeitstempel und Preise, Haltefrist sowie Gebühren nachvollziehbar fest. Das Finanzamt kann zusätzlich CSV-Exporte und weitere Nachweise anfordern.

Divly hilft dir, Transaktionen aus Wallets und Börsen zu importieren, die steuerliche Einordnung zu prüfen und einen länderspezifischen Steuerreport für die Steuererklärung herunterzuladen. Bei komplexen Sachverhalten kann eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater die individuelle Einordnung prüfen.

Was ändert sich 2026 und 2027 bei Krypto-Steuern?

Für das Steuerjahr 2026 gilt die Ein-Jahres-Regel nach § 23 EStG unverändert. Die Bundesregierung hat im Juli 2026 zwar angekündigt, Regelungen zur Besteuerung von Kryptowerten auf den Weg zu bringen, aber es gibt noch keinen beschlossenen neuen Steuertatbestand. Was künftig tatsächlich gilt, bleibt offen. Den aktuellen Stand ordnet unser Reform-Update zur Krypto-Haltefrist ein.

Neu ist außerdem das Meldeumfeld: Seit 2026 erfassen meldepflichtige Krypto-Dienstleister Daten für DAC8 und das deutsche Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz. Die erste deutsche Meldung der Anbieter für den Zeitraum 2026 ist bis 31. Juli 2027 fällig. Diese Meldepflicht trifft Anbieter, nicht private Anlegerinnen und Anleger; die eigene Pflicht zur zutreffenden Steuererklärung bleibt davon getrennt.

Tabelle: Krypto-Steuersatz in Deutschland nach Situation

SituationSteuerliche BehandlungMögliche BelastungEntscheidend ist
Verkauf nach mehr als einem Jahrgrundsätzlich kein § 23-Gewinn0 %Jahresfrist abgelaufen
Verkauf innerhalb eines Jahres, Gesamtgewinn unter 1.000 €Freigrenze0 %alle privaten Veräußerungsgewinne zusammen
Verkauf innerhalb eines Jahres, Gesamtgewinn ab 1.000 €privates Veräußerungsgeschäftpersönlicher EinkommensteuertarifGewinn, zvE und Tarifjahr
Tausch Krypto gegen KryptoVeräußerung des abgegebenen Coinswie beim steuerpflichtigen VerkaufMarktwert zum Tauschzeitpunkt
Verlust innerhalb der Jahresfrist§ 23-Verlusttopfkann § 23-Gewinne mindernrealisierter Verlust und gleicher Verlusttopf
Passive Staking- oder Lending-Rewardssonstige Einkünftepersönlicher EinkommensteuertarifZufluss und 256-€-Freigrenze

Häufige Fragen zum Krypto-Steuersatz in Deutschland

Wie viel Prozent Steuern zahlt man auf Krypto in Deutschland?
Bei einem steuerpflichtigen privaten Krypto-Verkauf gibt es keinen festen Prozentsatz. Der Gewinn wird in der Regel mit dem persönlichen progressiven Einkommensteuertarif besteuert. Nach mehr als einem Jahr Haltezeit kann der Gewinn grundsätzlich steuerfrei sein.
Zahlt man auf Bitcoin 25 % Abgeltungsteuer?
Für normale privat gehaltene Spot-Kryptowährungen in der Regel nein. Steuerpflichtige Verkäufe fallen typischerweise unter § 23 EStG und den persönlichen Einkommensteuertarif, nicht unter die 25-%-Abgeltungsteuer.
Ist die 1.000-Euro-Grenze ein Freibetrag?
Nein. Es ist eine Freigrenze für die gesamten Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften. Bleiben sie unter 1.000 €, sind sie steuerfrei; ab 1.000 € ist nicht nur der übersteigende Betrag relevant.
Wie bestimme ich die Mehrsteuer auf meinen Krypto-Gewinn?
Vergleiche die Einkommensteuer auf dein zu versteuerndes Einkommen mit Krypto-Gewinn mit der Einkommensteuer ohne diesen Gewinn. Die Differenz ist die zusätzliche Einkommensteuer aus dem Gewinn.
Kann ich Krypto-Verluste mit meinem Gehalt verrechnen?
Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften sind grundsätzlich auf Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften beschränkt. Sie reduzieren nicht einfach Arbeitslohn oder gewöhnliche Kapitaleinkünfte.
Muss ich Krypto-Gewinne bei geringem Einkommen angeben?
Ob und wie ein steuerpflichtiger Vorgang in der Erklärung anzugeben ist, hängt vom Einzelfall ab. Maßgeblich sind unter anderem Haltefrist, Freigrenze und die Art der Einkünfte. Bei Unsicherheit ist fachliche Beratung sinnvoll.


Alle von uns bereitgestellten Steuerinformationen stellen keine Steuerberatung, Finanzberatung, Buchhaltungsberatung oder Rechtsberatung dar, und weder Sie noch eine andere Partei sollten sie nutzen, um steuerliche Konsequenzen zu vermeiden. Wenden Sie sich für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Wir übernehmen keine Gewähr und geben keine Zusicherungen hinsichtlich der Richtigkeit der hier bereitgestellten Informationen. Alle hierin enthaltenen Angaben stellen unsere Meinung und keine Tatsachenbehauptung dar.

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