Globaler Bericht zur Krypto-Steuer-Compliance 2026


Kurzfassung:
  • Nur etwa 1,76 % der Krypto-Nutzer geben ihre Aktivitäten steuerlich an. Selbst im hohen Szenario steigt dieser Anteil nur auf 3,00 %.
  • Die offiziellen Länderdaten zeigen ein einheitliches Bild: Die Steuer-Compliance im Kryptobereich ist niedrig – in vielen Fällen sogar sehr niedrig.
  • Für den globalen Überblick kombinieren wir offizielle Zahlen mit über 12 Millionen Suchanfragen zu Kryptosteuern und leiten daraus eine Bandbreite aus niedrigem, mittlerem und hohem Szenario ab.
  • Der Bericht zeigt den Markt zu Beginn einer neuen Phase: In den USA werden Transaktionen aus 2025 bereits über 1099-DA gemeldet, während DAC8 und CARF Transaktionen ab 2026 erfassen, die ab 2027 bei den Steuerbehörden ankommen.

Kryptosteuern sind längst kein Nischenthema mehr. Sie betreffen heute einen großen Teil der digitalen Wirtschaft und werden für immer mehr Menschen relevant.

Weltweit haben hunderte Millionen Menschen Kryptowährungen gekauft, verkauft oder gehalten. Trotzdem zeigen unsere Schätzungen ein deutliches Bild: Nur etwa 1,76 % der Krypto-Besitzer geben ihre Aktivitäten steuerlich an. Selbst in einem optimistischen Szenario steigt dieser Anteil nur auf rund 3,00 %. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass über 97 % ihre Krypto-Transaktionen vermutlich nicht deklarieren.

Um diese Lücke besser zu verstehen, kombinieren wir offizielle Daten von Steuerbehörden, öffentliche Berichte und Schätzungen zur Verbreitung von Kryptowährungen. Insgesamt konnten wir belastbare Angaben zur Anzahl der Steuererklärungen aus neun Ländern auswerten, davon fünf aus dem letzten Jahr. Für Länder ohne aktuelle Zahlen ab 2024 haben wir für 2025 eine niedrige, mittlere und hohe Schätzung entwickelt. Grundlage dafür ist der Zusammenhang zwischen Suchanfragen zu Kryptosteuern und tatsächlichen Steuererklärungen in Ländern, in denen beide Datenpunkte verfügbar sind.

Gleichzeitig verändert sich die steuerliche Landschaft spürbar. In den USA sorgt das neue Formular 1099-DA dafür, dass viele Transaktionen aus 2025 erstmals systematisch erfasst werden und in die Steuererklärung 2026 einfließen. Auch in der EU und in anderen Ländern, die das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD umsetzen, werden Transaktionen ab 2026 zunehmend automatisch gemeldet und ab 2027 an die Steuerbehörden übermittelt.

Dieser Bericht zeigt damit den aktuellen Stand der Steuer-Compliance kurz vor einem grundlegenden Wandel. Wenn die Quote heute noch so niedrig ist, stellt sich nicht die Frage, ob sich das ändern wird, sondern vor allem, wie schnell.

Globale Krypto-Steuer-Compliance
liegt bei nur 1,76 %

Anteil der Krypto-Besitzer, die ihre Aktivitäten bei der Steuer angegeben haben. = offizielle Daten

Unsere Auswertungen zeigen, dass aktuell nur rund 1,76 % der Krypto-Nutzer ihre Aktivitäten steuerlich angeben.

STAT
Anders gesagt: Nur 1 von 57 Krypto-Besitzern gibt Krypto in der Steuererklärung an.

Selbst wenn man die Zahlen möglichst großzügig interpretiert, steigt dieser Anteil lediglich auf maximal etwa 3,00 %. Anders gesagt: Mehr als 97 % der Krypto-Besitzer scheinen ihre Transaktionen nicht zu deklarieren.

In absoluten Zahlen bedeutet das: Es gibt nur einige Millionen Menschen, die ihre Krypto-Steuern angeben, während hunderte Millionen weltweit Kryptowährungen besitzen.

Auffällig ist dabei vor allem, wie unterschiedlich die Situation je nach Land aussieht. Während es in einigen Ländern zumindest eine erkennbare Anzahl an Steuererklärungen gibt, bleibt die Deklarationsquote in vielen anderen Märkten sehr niedrig.

Muster 1

Hohe Compliance ist selten

Nur 8 von 30 Ländern erreichen in der mittleren Schätzung 5 % oder mehr, während 11 unter 1 % liegen.

Muster 2

Die Unterschiede sind enorm

Japans Schätzwert von 19,78 % liegt fast 1.000-mal höher als der Wert der Philippinen mit 0,02 %.

Muster 3

Größe ist nicht gleich Compliance

Die USA haben zwar die höchste absolute Zahl an Erklärenden, liegen bei der Compliance-Quote aber weiterhin deutlich hinter Japan und Norwegen.


Japan

Japan steht in unserem Datensatz an erster Stelle. Das dürfte eng damit zusammenhängen, dass die steuerliche Behandlung von Krypto dort vergleichsweise klar strukturiert und praktisch umsetzbar ist.

Besonders wichtig ist, dass der Staat die Meldung nicht unnötig kompliziert macht. Statt Nutzer mit einem unübersichtlichen System allein zu lassen, gibt es konkrete Werkzeuge und standardisierte Prozesse:

  • Mit dem offiziellen Krypto-Steuerrechner können Nutzer ihre Steuern berechnen, ohne jede einzelne Transaktion manuell bis ins Detail aufarbeiten zu müssen
  • Börsen sind verpflichtet, Jahrestransaktionsberichte (年間取引報告書) bereitzustellen, die zu diesem System passen
  • Für die eigentliche Erklärung kann das standardisierte Formular 暗号資産の計算書 genutzt werden

Hinzu kommt, dass Japan mit der 総平均法 eine Durchschnittsmethode verwendet. Dadurch muss die steuerliche Grundlage nicht Transaktion für Transaktion einzeln berechnet werden. Das senkt die Hürde deutlich und macht die Erklärung für normale Anleger wesentlich realistischer.

Auch auf Branchenseite scheint es eine gewisse Abstimmung zu geben. Verbände wie JCBA und JVCEA haben sich für klarere Regeln und einheitlichere Transaktionsübersichten eingesetzt, die über die jährlichen Börsenberichte hinausgehen.

Japan zeigt damit recht deutlich, was passieren kann, wenn Regulierung und praktische Umsetzung in dieselbe Richtung arbeiten. Wenn das System verständlich ist und die nötigen Unterlagen vorhanden sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer ihre Kryptosteuern tatsächlich erklären.


Norwegen

Norwegen liegt in unserem Datensatz auf Platz zwei. Das Muster ist hier allerdings etwas anders als in Japan. Während dort vor allem Vereinfachung eine große Rolle spielt, scheint in Norwegen vor allem die Kombination aus Sichtbarkeit, klaren Erwartungen und gezielter Durchsetzung wichtig zu sein.

Einige Punkte stechen besonders hervor:

  • Die Steuerbehörde hat aktiv sogenannte „Nudge Letters“ an Personen verschickt, bei denen ein Kryptobesitz vermutet wird
  • In Norwegen ist bereits der Besitz von Krypto steuerlich relevant, nicht nur der Handel. Dadurch müssen mehr Menschen Angaben machen
  • Der Markt ist vergleichsweise stark auf eine lokale Plattform konzentriert, wobei ein großer Teil der Nutzer Firi verwendet

Diese starke Rolle von Firi scheint ein wichtiger Teil des Gesamtbildes zu sein:

  • Nutzer, die ausschließlich über die Plattform handeln, erhalten dort fertige Steuerberichte
  • Nutzer mit komplexeren Setups werden aktiv an spezialisierte Steuerlösungen weitergeleitet

Norwegen ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass hohe Compliance nicht nur durch einfachere Regeln entsteht. Auch klare Signale der Behörden, konkrete Meldepflichten und gut eingebundene Tools können die Zahl der tatsächlichen Steuererklärungen deutlich erhöhen.



Was sagen die offiziellen Daten?

Bevor wir uns Modelle und Schätzungen anschauen, lohnt sich ein Blick auf die Zahlen, die bereits öffentlich verfügbar sind. Schon ein kurzer Überblick zeigt ein klares Muster: In vielen Ländern ist die Zahl der Menschen, die ihre Kryptosteuer angeben, überraschend niedrig.

Wo offizielle Zahlen zu Steuererklärungen vorliegen,
bleibt die Compliance dennoch niedrig

Die Zahl der Erklärenden stammt aus offiziellen Quellen. Krypto-Besitzer* beruhen auf separat am Ende des Berichts aufgeführten Besitzschätzungen. Nach Compliance-Quote sortiert = offizielle Daten in unserer Compliance-Tabelle 2025
9
Länder mit öffentlichen Zahlen zu Steuererklärungen
5 von 9
Länder unter 1 % Compliance
0.05%-14.63%
Beobachtete Compliance-Spanne
Land Aktuellstes Jahr Erklärende Krypto-Besitzer* Compliance-Quote*
Norwegen 2025 73,131 500,000
14.63%
USA 2022 2,700,000 48,000,000
5.63%
Finnland 2025 18,000 450,000
4.00%
Schweden 2025 9,000 442,000
2.04%
Brasilien 2023 237,367 26,000,000
0.91%
Polen 2025 18,454 2,800,000
0.67%
Rumänien 2025 1,613 334,000
0.48%
Südafrika 2025 17,000 6,000,000
0.28%
Portugal 2023 507 1,053,000
0.05%

Im nächsten Schritt gehen wir tiefer auf einzelne Länder ein. Dabei unterscheiden wir zwischen Ländern, die nur Momentaufnahmen liefern, und solchen, für die es Zeitreihen über mehrere Jahre gibt.


Länder mit Zeitreihen

Einige wenige Länder veröffentlichen Daten über mehrere Jahre hinweg. Diese sind besonders interessant, weil man erkennen kann, ob sich die Steuer-Compliance verbessert, stagniert oder nach einem anfänglichen Anstieg wieder zurückgeht.


Finnland

Finnland ist ein gutes Beispiel dafür, dass mehr Transparenz nicht automatisch zu hoher Compliance führt. Laut öffentlichen Berichten gab es 18.000 Krypto-Steuerpflichtige im Jahr 2025, bei geschätzt 450.000 Krypto-Besitzern. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass nicht alle dieser 450.000 Personen tatsächlich steuerpflichtig sind. Dennoch zeigen die Daten, dass nur etwa 10 % der Transaktionen überhaupt gemeldet werden.

Daten der finnischen Steuerbehörde, die uns vorliegen, zeigen zudem: 3.500 Erklärungen im Jahr 2020, 16.200 in 2021 und 9.800 in 2022. Auf den ersten Blick wirkt 2025 wie ein Höchststand. In der Praxis liegt die Zahl aber nur leicht über dem früheren Peak von 2021 und weiterhin deutlich unter dem, was man bei der Anzahl an Nutzern erwarten würde.


Polen

Polen zeigt zwar ein Wachstum bei den Steuererklärungen, macht aber auch deutlich, wie schwierig es ist, Zahlen über die Jahre hinweg direkt zu vergleichen.

Laut Kryptoprawo unter Berufung auf Daten des Finanzministeriums stieg die Zahl der Steuerpflichtigen von 3.200 im Jahr 2019 auf 10.600 im Jahr 2020.

Neuere Angaben der polnischen Steuerverwaltung vom 21. Januar 2026 zeigen, dass 18.545 Personen für das Steuerjahr 2024 (gemeldet 2025) Krypto-Einkünfte angegeben haben.

Diese Zahl ist jedoch nicht direkt mit den früheren Daten vergleichbar. Der Grund: Frühere Zahlen beziehen sich auf Umsätze (przychody), während die neuere Zahl Einkünfte (dochód) beschreibt, also Gewinne nach Abzug der Kosten.

Das hat eine wichtige Konsequenz: Die 18.545 erfassen nur Personen mit einem positiven Ergebnis. Nicht enthalten sind:

  • Personen, die zwar Umsätze gemeldet haben, aber keinen steuerpflichtigen Gewinn erzielt haben
  • Personen, die lediglich Anschaffungskosten angegeben haben, um diese in zukünftigen Jahren zu berücksichtigen

Dabei ist gerade letzteres in Polen verpflichtend. Auch ohne Gewinne müssen Anschaffungskosten gemeldet werden, wie in diesem Leitfaden beschrieben:
https://divly.com/pl/przewodniki/rozliczenie-pit-za-kryptowaluty-poradnik

Aus diesem Grund verwenden wir die Zahl von 18.545 nicht direkt in unserer Übersicht. Unsere Schätzung für Polen liegt stattdessen deutlich höher, bei rund 93.000 Steuerpflichtigen, da sie alle Personen einschließt, die Krypto-Aktivitäten gemeldet haben, unabhängig davon, ob am Ende ein Gewinn entstanden ist oder nicht.


Rumänien

Rumänien ist eines der wenigen Beispiele in unseren Daten, bei dem die Zahl der Steuererklärungen nicht steigt, sondern zurückgeht. Laut Berichten von Economedia haben 3.198 Personen im Jahr 2022 Krypto-Einkünfte angegeben. Bis 2024 ist diese Zahl auf nur noch 1.613 Steuerpflichtige gesunken.

Zum Vergleich: Bereits 2019 lag die Zahl bei 1.319 Personen, während im ersten Jahr nach Einführung der Regeln sogar 33.155 Personen Krypto-Einkünfte gemeldet haben.

Das Muster ist klar: Nach Einführung der Regeln gab es zunächst einen deutlichen Anstieg, gefolgt von einem starken Rückgang. Das zeigt, dass neue Vorschriften allein nicht ausreichen. Auch wenn ein Reporting-System vorhanden ist, heißt das noch nicht, dass es langfristig von vielen genutzt wird.


Schweden

Für Schweden konnten wir über unsere Zusammenarbeit mit der Steuerbehörde (Skatteverket) konkrete Zahlen der letzten Jahre auswerten. Die Entwicklung ist relativ stabil, aber auf niedrigem Niveau: etwa 2.660 Steuerpflichtige im Jahr 2021, 8.218 in 2022 und 6.088 in 2023. Laut Skatteverket lagen die Zahlen zudem bei rund 6.000 im Jahr 2024 und etwa 9.000 im Jahr 2025.

Die Werte schwanken leicht von Jahr zu Jahr, aber das Gesamtbild bleibt gleich: Die Zahl der Deklarationen ist gemessen an der Verbreitung von Krypto weiterhin niedrig.

Im selben Zusammenhang schätzt die schwedische Steuerbehörde, dass es zwischen 320.000 und 740.000 Krypto-Besitzer im Land gibt. Diese breite Spanne zeigt bereits, wie begrenzt die Transparenz ist. Selbst wenn man mit der unteren Schätzung rechnet, ergibt sich nur ein kleiner Anteil an Personen, die ihre Krypto-Aktivitäten tatsächlich angeben.


Norwegen

Norwegen zeigt eine der deutlichsten positiven Entwicklungen in unseren Daten. Laut Skatteetaten ist die Zahl der Steuerpflichtigen von 6.470 im Jahr 2020 auf 14.825 in 2021, 44.560 in 2022, 50.837 in 2023, 55.880 in 2024 und schließlich 73.131 in 2025 gestiegen.

Wichtig ist dabei: Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Abgabejahr der Steuererklärung, nicht auf das Jahr, in dem die Einkünfte erzielt wurden. Die Angaben für 2025 betreffen also das Steuerjahr 2024.

Norwegen ist damit ein klares Beispiel dafür, dass sich die Compliance über Zeit verbessern kann. Gleichzeitig zeigt der Kontext, warum: Die Steuerbehörde selbst führt einen Teil des Anstiegs auf gezielte Schreiben an Personen zurück, bei denen Kryptobesitz vermutet wird. Die höhere Meldequote ist also nicht zufällig entstanden, sondern wurde aktiv angestoßen.


Vereinigte Staaten

Für die USA liefern aktuelle Daten aus der IRS Publication 1304 wichtige Einblicke. Demnach gab es 6,65 Millionen Steuererklärungen mit Bezug zu digitalen Vermögenswerten im Jahr 2022 und 2,79 Millionen im Jahr 2023.

Selbst wenn man diese Zahlen so übernimmt, müssen sie im Verhältnis zur Gesamtzahl der Krypto-Nutzer gesehen werden. Schätzungen, etwa von Triple-A, gehen davon aus, dass es in den USA zu diesem Zeitpunkt nahezu 50 Millionen Krypto-Besitzer gab. Das bedeutet, dass nur ein Teil dieser Gruppe auch tatsächlich in den Steuerdaten auftaucht.

Gleichzeitig befinden sich die USA aktuell in einer neuen Phase der Steuerberichterstattung. Laut der Übersicht zum Formular 1099-DA und den entsprechenden Reporting-Vorgaben für Broker werden viele Transaktionen aus 2025 erstmals systematisch im Steuerjahr 2026 erfasst.

Dabei handelt es sich jedoch noch um eine Übergangsphase. Für 2025 gelten die Meldepflichten vor allem für US-Broker, während ab 2026 weitere Anforderungen hinzukommen. Das macht die USA zu einem besonders interessanten Markt, da sich hier in den kommenden Jahren voraussichtlich deutliche Veränderungen in der Steuer-Compliance zeigen werden.



Einmalige Momentaufnahmen

Nicht jedes Land veröffentlicht Daten über mehrere Jahre hinweg. In einigen Fällen gibt es nur einzelne, öffentlich verfügbare Zahlen. Auch diese sind jedoch aufschlussreich, weil sie zeigen, dass sich ein ähnliches Muster unabhängig vom Land, Steuersystem oder Verbreitungsgrad von Kryptowährungen wiederholt.


Südafrika

Die Zahlen aus Südafrika sind besonders deutlich. Laut einem Bericht von Business Day unter Berufung auf die Steuerbehörde SARS haben lediglich 17.000 Personen ihre Krypto-Aktivitäten angegeben, bei geschätzt 6 Millionen Krypto-Besitzern.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass diese Schätzung ungenau sein kann, bleibt das Bild klar: Die tatsächliche Meldequote ist sehr niedrig.


Brasilien

In Brasilien zeigt sich ein ähnliches Muster, wenn auch auf höherem Niveau. Laut CNN Brasil unter Berufung auf die Receita Federal haben 237.369 Personen im Jahr 2023 Kryptowährungen in ihrer Steuererklärung angegeben. Insgesamt wurde dabei ein Krypto-Wert von über 1 Milliarde Real gemeldet.

Auch hier gilt: Ohne den Vergleich zur Gesamtzahl der Krypto-Nutzer lässt sich die Quote nicht exakt bestimmen, aber die absoluten Zahlen deuten darauf hin, dass ein großer Teil der Nutzer nicht erfasst wird.


Portugal

Portugal wurde lange als besonders krypto-freundlich wahrgenommen. Dieses Bild hat sich jedoch mit dem Staatshaushalt 2023 deutlich verändert, da Kryptowährungen klarer in das Steuersystem integriert wurden.

Seitdem gilt:

  • Kurzfristige Gewinne (Haltedauer unter 365 Tagen) werden mit 28 % besteuert
  • Langfristige Gewinne (über 365 Tage) bleiben steuerfrei

Das bedeutet: Kryptowährungen waren seit 2023 nicht mehr generell steuerfrei, auch wenn bestimmte Vorteile bestehen geblieben sind.

Trotz dieser klareren Regelung bleibt die Zahl der Steuererklärungen sehr gering. Laut Expresso unter Berufung auf das Finanzministerium haben nur 558 Personen im Jahr 2023 Krypto-Gewinne angegeben.

Davon entfielen:

  • 507 Personen auf steuerfreie, langfristige Gewinne
  • 51 Personen auf steuerpflichtige, kurzfristige Gewinne

Ein ähnliches Bild zeigt auch die Auswertung von Faccounting, die hervorhebt, dass die Zahl der Steuerpflichtigen selbst nach Einführung klarer Regeln sehr niedrig geblieben ist.

Portugal zeigt damit gut, dass positive Schlagzeilen rund um Steuervorteile nicht automatisch dazu führen, dass viele Menschen ihre Krypto-Aktivitäten tatsächlich deklarieren, sobald ein formeller Rahmen geschaffen wird.


Was die offiziellen Daten zeigen

Die verfügbaren Zahlen sind lückenhaft, schwer vergleichbar und in vielen Fällen unvollständig. Genau das ist bereits eine der wichtigsten Erkenntnisse: Es gibt noch kein klares, globales Bild davon, wie viele Menschen ihre Kryptosteuern tatsächlich angeben.

Kernaussage
Die offiziellen Zahlen belegen die Lücke, bilden den Gesamtmarkt aber nicht allein ab
Wo Behörden Zahlen veröffentlichen, ist die Compliance meist niedrig, oft sogar extrem niedrig, und verbessert sich nur gelegentlich in einem wirklich spürbaren Maß. Das reicht aus, um das Problem klar zu benennen, aber nicht, um es ohne modellierte Schätzungen global zu beschreiben.

Unsere Schätzungen für 2025

Die offiziellen Daten reichen aus, um eines deutlich zu machen: Die Steuer-Compliance im Kryptobereich ist niedrig.
Was sie nicht leisten können, ist ein vollständiges Bild des Marktes. Nur wenige Länder veröffentlichen überhaupt brauchbare Zahlen, und selbst dort sind die Daten nicht immer direkt vergleichbar.

Wenn man also verstehen möchte, wie es weltweit aussieht, kommt man nicht um Schätzungen herum. Für viele Länder gibt es schlicht keine öffentlich verfügbaren Zahlen zu Steuererklärungen.


Warum wir mit Bandbreiten arbeiten

Für einige Länder liegen konkrete Zahlen vor, für viele andere nicht. In diesen Fällen eine einzelne, exakte Zahl zu nennen, würde eine Genauigkeit suggerieren, die die Daten nicht hergeben.

Deshalb arbeiten wir mit einer Bandbreite. Diese solltest du nicht als exakte Messung verstehen, sondern als realistische Einschätzung dessen, was wahrscheinlich ist. Wichtig dabei: Die Bandbreite basiert nicht auf reinen Annahmen, sondern auf echten Daten aus Ländern, in denen verlässliche Zahlen vorliegen.


Wie wir die Schätzungen berechnen

Für Länder ohne aktuelle offizielle Zahlen (2024 oder 2025) haben wir die Nachfrage nach kryptobezogenen Steuerthemen in Suchmaschinen analysiert und mit tatsächlichen Steuererklärungen in Ländern verglichen, in denen beide Daten verfügbar sind.

Dafür haben wir über 12 Millionen Suchanfragen zu Kryptosteuern mit Hilfe von Ahrefs ausgewertet.

Offizielle Werte

Wir verwenden die veröffentlichte Zahl

Wenn ein Land eine brauchbare offizielle Zahl zu Steuererklärungen veröffentlicht, dient genau dieser Wert als direkter Anker für den Bericht.

Modellierte Fälle

Schätzung auf Basis von Benchmark-Verhalten

Wo keine offizielle Zahl vorliegt, schätzen wir die Zahl der Erklärenden aus dem beobachteten Zusammenhang zwischen Krypto-Steuersuchen und Erklärungen in Benchmark-Ländern.

Das Vorgehen ist dabei relativ einfach:

  • Die niedrige Schätzung basiert auf dem Land mit der geringsten Quote an Steuerpflichtigen pro Suchanfrage. In unserem Datensatz ist das aktuell Rumänien.
  • Die hohe Schätzung orientiert sich am Land mit der höchsten Quote. Hier liegt Norwegen an der Spitze.
  • Die mittlere Schätzung ergibt sich aus dem Durchschnitt der Länder, für die sowohl aktuelle Steuerdaten als auch passende Suchdaten vorliegen.

Zusätzlich haben wir das Modell mit Ländern getestet, die nicht Teil des ursprünglichen Vergleichs waren, für die aber historische Daten verfügbar sind, insbesondere die USA. Auch hier lagen die Ergebnisse innerhalb der Spannbreite zwischen Rumänien und Norwegen. Das spricht dafür, dass die Bandbreite breit genug ist, um realistisch zu sein, aber nicht so breit, dass sie an Aussagekraft verliert.

Für die USA haben wir uns entschieden, die mittlere und hohe Schätzung gleich anzusetzen. Historisch lagen die USA eher am oberen Ende der Bandbreite, ähnlich wie Norwegen. Eine künstliche Ausweitung hätte hier keinen Mehrwert gebracht.

Grundsätzlich gilt: Wo offizielle Zahlen vorhanden sind, verwenden wir diese. Wo sie fehlen, arbeiten wir mit fundierten Schätzungen auf Basis realer Vergleichsdaten.

Die globale Krypto-Steuer-Compliance
liegt bei höchstens 3,00 %

Geschätzter Anteil der Krypto-Besitzer, die ihre Krypto-Aktivitäten gegenüber den Steuerbehörden angegeben haben. = offizielle Daten
Land Niedrige Schätzung Compliance Hohe Schätzung

Was die Bandbreite zeigt

Im mittleren Szenario schätzen wir rund 5,3 Millionen Personen, die ihre Kryptosteuern angeben, bei insgesamt etwa 301 Millionen Krypto-Besitzern. Das entspricht einer Quote von ungefähr 1,76 %.

Im niedrigen Szenario sinkt die Zahl auf etwa 892.000 Steuerpflichtige, also rund 0,30 % der Besitzer.
Im hohen Szenario steigt sie auf etwa 9 Millionen, was ungefähr 3,00 % entspricht.

Egal, welches Szenario man betrachtet, das Gesamtbild bleibt gleich: Die große Mehrheit der Krypto-Nutzer gibt ihre Aktivitäten nicht an.

Genau darin liegt der Nutzen der Bandbreite. Die genaue Zahl kann sich verändern, aber die grundlegende Aussage bleibt stabil.


Was sich seit unserem Bericht 2023 verändert hat

In unserem vorherigen Bericht kamen wir zu dem Ergebnis, dass etwa 0,54 % der Krypto-Besitzer ihre Steuern angeben. Die aktuelle Schätzung liegt etwas höher, bleibt aber insgesamt niedrig.

Ein Teil dieser Veränderung dürfte auf reale Entwicklungen zurückzuführen sein. Steuerbehörden beschäftigen sich intensiver mit dem Thema, Tools zur Steuererklärung sind besser geworden, und auch das allgemeine Bewusstsein für steuerliche Pflichten ist gewachsen.

Ein anderer Teil liegt in der Methodik. Für diesen Bericht haben wir mehr offizielle Datenpunkte, aktuellere Zahlen und eine klarere Darstellung von Unsicherheiten in Ländern ohne verfügbare Daten. Dadurch entsteht ein vollständigeres und gleichzeitig differenzierteres Bild.



Was DAC8, CARF und 1099-DA verändern

In der EU ist mit DAC8 bereits der nächste große Schritt erfolgt. Für das Berichtsjahr 2026 gelten neue Vorgaben, nach denen Krypto-Dienstleister Transaktionsdaten erfassen müssen. Laut der Europäischen Kommission beginnt die Datenerhebung ab dem 1. Januar 2026, und die ersten Meldungen gehen 2027 an die nationalen Steuerbehörden. Der Austausch zwischen EU-Ländern soll bis spätestens 30. September 2027 starten.

DAC8 steht dabei nicht für sich allein. Die Regeln basieren auf dem internationalen Standard der OECD, dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF). Laut einem OECD-Update aus 2025 müssen Krypto-Dienstleister künftig Informationen über die Transaktionen ihrer Nutzer melden. Ziel ist vor allem, grenzüberschreitende Aktivitäten transparenter zu machen. Erste internationale Datenaustausche sind ebenfalls ab 2027 vorgesehen.

Meldezeitplan

Transaktionen aus 2026 laufen bereits in die Meldeprozesse von DAC8 und CARF ein. Die ersten Meldungen und Datenaustausche zwischen Behörden folgen 2027.

2027 erste Austausche

Was bedeutet das konkret? Der Übergang von einem System, in dem Kryptosteuern vor allem selbst gemeldet werden, hin zu einem System mit automatischer Meldung durch Börsen und Broker, hat bereits begonnen. In den USA betrifft das schon Transaktionen aus 2025. In der EU und anderen CARF-Ländern werden Transaktionen ab 2026 systematisch erfasst und später an die Behörden weitergegeben.

Für Börsen und Plattformen heißt das: Steuerdaten werden zunehmend Teil des normalen Betriebs. Es reicht nicht mehr, sich erst am Ende damit zu beschäftigen. Nutzerdaten, Transaktionshistorien und verständliche Steuerübersichten werden wichtiger.

Für diesen Bericht ist das besonders relevant. Unsere Schätzungen beziehen sich auf die Zeit rund um das Steuerjahr 2025, also genau den Moment, bevor diese neuen Systeme voll greifen. Wenn die Compliance schon jetzt niedrig ist, zeigt das vor allem eines: Es gibt noch eine große Lücke.

Mit dem Ausbau automatischer Meldesysteme dürfte sich diese Lücke deutlich verkleinern. Gleichzeitig steigt der Druck auf Nutzer und Plattformen, ihre Steuerprozesse besser zu organisieren.


Für Plattformen und Börsen

Die Compliance-Lücke schließen

Mit dem Inkrafttreten von CARF und DAC8 entscheiden sich Nutzer zunehmend für Plattformen, die Steuerreporting einfacher machen. Wir unterstützen Krypto-Teams weltweit dabei, nahtlose Steuerlösungen zu integrieren.

  • Integriertes API-gestütztes Reporting
  • Mehrere Länder und Rechtsräume
  • Nutzer-Tools im eigenen Branding
  • Bereit für neue Regulierungsvorgaben
Divly-Maskottchen



Quellen

Dieser Anhang listet die im Bericht zitierten Links auf. Hinweise sind nur dort ergänzt, wo sie die Nutzung einer Quelle wesentlich beeinflussen.

Quellen zum Krypto-Besitz

Methodische und kontextbezogene Quellen

Verfasst von

Adam Backman and Youri Lempers aus dem Divly-Team für Steueraufklärung.



Hinweis: Die hier bereitgestellten steuerbezogenen Informationen sind keine Steuerberatung, Finanzberatung, Buchhaltungsberatung oder Rechtsberatung und können nicht zur Vermeidung von Steuerstrafen verwendet werden. Du solltest die Beratung eines Steuerfachmanns bezüglich deiner spezifischen Umstände suchen. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der bereitgestellten Informationen. Alle hierin enthaltenen Informationen sind unsere Meinung und keine Feststellung von Fakten.

Kryptosteuer ohne Kopfschmerzen
Berechne deine Steuern